Hintergrund

DeForest Kelley: Requiem für einen Helden

Zum Todestag von DeForest Kelley haben wir einen Text für euch, den es erstmals in deutscher Übersetzung gibt.

© Paramount

23 Jahre ist es bereits her, dass DeForest Kelley – in seiner Rolle als Dr. Leonard »Bones«/»Pille« McCoy nicht nur der Star Trek-Lieblingscharakter des Verfassers, sondern als Person auch sein ganz großer persönlicher Held – am 11. Juni 1999 für immer seine Augen schloss.

Anlässlich seines Todestages wird uns hier bei Planet Trek eine ganz besondere Ehre zuteil: Kris M. Smith, Autor des Buches DeForest Kelley Up Close and Personal (das in der deutschen Übersetzung unter dem Titel DeForest Kelley: Ganz nah und persönlich kürzlich im Verlag In Farbe und Bunt herauskam) gab persönlich seine Zustimmung zur deutschen Übersetzung eines Kapitels seines (bisher nicht in deutscher Übersetzung erschienenen) 2008 erstmals herausgekommenen Buches The Enduring Legacy of DeForest Kelley, das der Verfasser dieser Zeilen damals beisteuerte.

In dem Buch geht es – quasi als Fortsetzung von Ganz nah & persönlich – um die von Kris Smith gesammelten Erlebnisse vieler anderer Fans rund um den beliebten und auch als Menschen hochgeschätzten Darsteller aus aller Welt – darunter auch dieses:

Schauspieler, Arzt, Heiler – Was De Kelley für mich getan hat

Leider habe ich ihn nie persönlich getroffen. Wenn es eine Sache im Leben gibt, die ich bedauere, dann ist es diese. Ich bin DeForest Kelley nie von Angesicht zu Angesicht begegnet, hatte nie die Gelegenheit, ihm »Danke« für das zu sagen, was er für mich getan hat – vielleicht, ohne sich dessen selbst bewusst zu sein.

Er spielte einen berühmten Arzt in einer großen Fernsehserie, aber im wirklichen Leben war er ein echter Heiler. Der lebende Beweis dafür bin ich.

Anfang der 1990er Jahre wurde bei mir Colitis ulcerosa diagnostiziert, eine Erkrankung des Dickdarms. Heute ist sie ziemlich gut erforscht, wird besser verstanden und kann effektiver behandelt werden. Obwohl es keine dauerhafte Heilung gibt, bestehen viele Möglichkeiten, den Betroffenen zu helfen – aber als die Ärzte die Krankheit bei mir feststellten, wussten sie nur sehr wenig darüber. Sie sagten mir, sie könnten sie mit Pillen und anderen Medikamenten behandeln und dass sie eine Zeit lang verschwinden würde, aber jederzeit wiederkommen könnte. Keiner der Ärzte wusste, was sie auslöste, und keiner konnte mir sagen, was ich tun sollte oder wie ich einen erneuten Schub verhindern konnte. Es war eine sehr schwierige Situation für einen jungen Mann Anfang 20, der noch nie ernsthaft krank gewesen war – ein junger Mann, der es liebte, mit seinen Freunden auszugehen, Spaß zu haben, Rockmusik zu hören und all die Dinge zu tun, die junge Leute gerne tun. Statt ein normales Leben führen zu können, wurde ich plötzlich ein sehr kranker Mensch. Es gab Zeiten, in denen ich nichts essen konnte, so dass ich so stark an Gewicht und Ausstrahlung verloren hatte, bis ich wie eine Art Geist aussah. Kurze Zeit später wurde bei meiner Mutter Brustkrebs diagnostiziert. Durch diesen doppelten Schicksalsschlag geriet der verbliebene Rest meiner Welt völlig aus den Fugen: Die ganze Situation beinhaltete wahrhaftig reichlich Weltuntergangs-Aspekte.

Es gab nicht viel, was mich in diesen schwierigen Tagen aufmuntern konnte, außer einer Sache: Ich war seit meiner Kindheit ein Star Trek-Fan. Ich hatte alle Episoden der Originalserie mehrmals gesehen (einige davon wahrscheinlich ein Dutzend Mal oder noch öfter); ich sammelte und las die Romane, baute Modelle und wurde Mitglied in gleich mehreren Fanclubs. Ich war ein echter Trekkie. Und mein Held war der Arzt des Raumschiffs Enterprise, Doktor Leonard »Bones« McCoy (in der deutschen Version von Star Trek bekanntermaßen »Pille« genannt, da »Bones«, abgeleitet von »Sawbones« hierzulande keine so geläufigen Begrifflichkeiten sind). Bis heute kann ich nicht genau sagen, warum immer er es war und nicht etwa Captain Kirk oder Mr. Spock. Vielleicht lag es an der Tatsache, dass er eine so weise und väterliche Figur war, die ein Gleichgewicht zwischen dem emotionalen Macho-Captain und der kühlen Person, die Spock zu sein schien, schuf; vielleicht war es sein wunderbarer Zynismus. Ich kann nur mit Sicherheit sagen, dass Doc McCoy mein Held war. Einige meiner liebsten Jugenderinnerungen sind mit Star Trek verbunden. Ich wuchs in einem Ort auf, in dem nur wenige andere Star Trek-Fans lebten, und meine Faszination für die Serie machte mich in vielerlei Hinsicht zum Außenseiter, aber damit konnte ich leben. Später entdeckte ich die deutsche Star Trek-Fanszene und fand dort viele Freunde.

Dort, wo ich aufwuchs, war McCoy ein sehr ungewöhnlicher Held für einen jungen Mann wie mich. Es war eine Zeit, in der die Helden junger Leute Leute wie Sylvester »Rambo« Stallone, der Wrestling-Star Ultimate Warrior oder Sänger und Musiker wie Guns ‘n Roses waren – und da war ich, ein großer Star Trek– und De Kelley-Fan. Ja, ich war wirklich ein sehr ungewöhnlicher Typ!

Star Trek: The Next Generation startete zu dieser Zeit gerade in Deutschland, und obwohl ich jede Folge der neuen Serie sah und aufnahm (weil es schließlich Star Trek war), war die Originalserie für mich immer der wahre Stoff – und ein Grund dafür war De, der Doktor. Ich hatte nie darüber nachgedacht, ihm zu schreiben – ich dachte immer, dass er viel zu beschäftigt sein müsse, um Fanbriefe zu beantworten, und ich war bereits stolzer Besitzer eines signierten Bildes von ihm, das ich über seinen deutschen Fanclub erhalten hatte.

In den schwierigen Zeiten meiner Krankheit dachte ich oft daran, wie gut es doch wäre, wenn ein »wahrer McCoy« auftauchen und mich mit ein paar einfachen Scanner-Strichen über meinen Bauch von der Colitis ulcerosa befreien würde. Ich wusste natürlich, dass das unmöglich war und flüchtete mich nicht in unrealistische Träume, doch es blieb ein Wunsch, und irgendwie tröstete mich die Gewissheit, dass er es tun würde, wenn er es könnte. In dieser Zeit erfuhr ich, dass De ebenfalls an einer Dickdarm-Erkrankung litt. Das führte mich zu der Erkenntnis, dass auch ich gegen meine Krankheit ankämpfen musste und nicht vor ihr kapitulieren durfte, denn De hatte trotz allem noch zwei weitere Star Trek-Filme gedreht. Ich sagte mir jeden Tag: »Sei genauso stark wie er!«, aber die Dinge blieben sehr schwierig für mich. Doch allein der Gedanke an De Kelley gab mir eine ganz besondere Art von Kraft – die ich dringend brauchte.

Während des Winters in diesem Jahr hatte ich wegen der Cortison-Medikation gegen meine Erkrankung sehr starke Probleme mit dem Rücken. Das Cortison schwächte meine Wirbelsäule, und nachdem ich in dem Haus, in dem ich damals wohnte, die Treppe hinuntergestürzt war, musste ich mich einer ausgedehnten Krankenhaus-Behandlung unterziehen. Ich ging mehrere Wochen lang an Krücken, während der meisten Zeit unter großen Schmerzen.

Anfang 1992 begann sich die Lage allmählich zu bessern. Das Gehen war nicht mehr so schmerzhaft und es gab etwas, auf das ich mich ganz besonders freute: Star Trek VI sollte seine Deutschlandpremiere in den Kinos feiern. Als der Film herauskam, musste ich zwar immer noch einen Stock benutzen, aber wenigstens konnte ich auf eigenen Füßen gehen und fühlte mich viel stärker als in den Monaten zuvor. Aus irgendeinem seltsamen Grund hatte ich an dem Tag, an dem ich Star Trek VI zum ersten Mal sah, das sichere Gefühl, dass meine Zukunft weit besser sein würde als meine Vergangenheit es gewesen war.

Im Spätsommer dieses Jahres ging ich in die Stadt, um ein paar neue Bücher zu kaufen (Lesen ist und war schon immer meine Leidenschaft) und entdeckte einen kleinen Schatz. Es war ein Buch, das von einem skandalumwitterten deutschen Journalisten geschrieben worden war. In seinem Buch wurden die Privatadressen vieler Prominenter aus dem Showgeschäft veröffentlicht. Wenn ich mich recht erinnere, war das Buch eigentlich vom Markt zurückgezogen worden, so dass ich gar nicht daran gedacht hatte, ein Exemplar zu finden, aber hier, in diesem kleinen Buchladen, gab es ein allerletztes – und ich kaufte es. Ich war hocherfreut, als ich darin auch die Privatadresse von DeForest Kelley fand.

Es war die Zeit, in der die ersten großen Star Trek-Conventions in Deutschland aufkamen, auf denen Stars wie Jimmy Doohan, Walter Koenig und George Takei zu Gast waren, aber meine Gesundheit war immer noch zu labil und unzuverlässig, als dass ich hinfahren und einen oder sie alle hätte treffen können. Also beschloss ich, meinem ganz persönlichen Star Trek-Helden einen Brief zu schreiben, um ihm zu sagen, was er für mich bedeutete – und das tat ich auch.

Ich schrieb also an DeForest Kelley und berichtete ihm, wie er mir durch seine reine Präsenz in dieser Welt geholfen und mich inspiriert hatte. Ich erzählte ihm von meiner Krankheit und den vielen Schwierigkeiten, die ich durchgemacht hatte, und von meinen motivierenden Gedanken, die »Sei so stark wie er.« gelautet hatten. Mit anderen Worten, ich erzählte ihm alles, was ich keinem anderen Menschen, ob nah oder fern, anvertraut hätte. Ich hatte einfach das sehr sichere Gefühl, dass ich ihm vertrauen konnte. Ich bat ihn nicht um ein Autogramm, da die Gerüchteküche wissen wollte, dass er keine Autogramme mehr gäbe. Ich schrieb ihm ausschließlich Dinge über mich.

Ich las meiner Mutter den Brief vor dem Abschicken vor und sie sagte: »Lieber Junge, er ist ein vielbeschäftigter Schauspieler, und was du ihm erzählst, ist für ihn nicht von Interesse. Vielleicht liest seine Sekretärin den Brief und wirft ihn weg, ohne ihn ihm überhaupt zu zeigen! Er ist doch kein echter Arzt – er ist nur ein Schauspieler, der einen spielt!« Dennoch beendete ich meinen Brief an meinen Helden in den Vereinigten Staaten und schickte ihn ab. Es war an einem Montag. Der Grund, warum ich den Tag erwähne, wird gleich klar werden.

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals von DeForest hören würde, aber mein Magen und mein Herz fühlten sich besser an, weil ich ihm endlich alles gesagt hatte, was ich zu sagen hatte. Ich hatte meine Seele ausgeschüttet und ihm mitgeteilt, was er und sein persönlicher Kampf um seine eigene Gesundheit für mich bedeuteten. Natürlich konnte er über meinen Brief denken, was er wollte; ich war mir ziemlich sicher, dass ich es nie erfahren würde. Aber ich hatte mich getäuscht. Und wie ich mich getäuscht hatte!

Wie bereits erwähnt, schickte ich den Brief an einem Montag ab. Am darauffolgenden Samstag erhielt ich einen Brief aus den Vereinigten Staaten, adressiert in wunderschöner Kalligraphie. Ich fragte mich, wer mir aus den USA geschrieben hatte. Sicherlich nicht der Mann, dem ich vor weniger als einer Woche einen Brief gesandt hatte! Ich öffnete das Kuvert – und erstarrte förmlich: Es befand sich kein Brief darin – zumindest kein gewöhnlicher. Der Umschlag enthielt ein wunderschönes Bild von DeForest Kelley, das ihn in einer Werbeaufnahme von Star Trek VI zeigte. Auf dem Foto hatte er eine Widmung für mich geschrieben und angefügt: »Mit allen guten Wünschen, DeForest Kelley«. Es fällt mir bis heute schwer, das Gefühl zu beschreiben, das mir in diesem Moment durch die Sinne ging. DeForest Kelley, der Held meiner Kindheit und Jugend, hatte mir seine guten Wünsche geschickt! Ich war weit mehr als nur gerührt! Es schien ein Wunder zu sein, und zwar rundherum.

Ich zeigte den Brief meiner Mutter. Auch sie war sehr bewegt. »Vielleicht«, so sinnierte sie, »ist er viel mehr als nur ein Schauspieler!« Dann sagte sie mit einem Lächeln: »Was für ein gutaussehender Mann er ist!«

Natürlich habe ich das Bild seither aufbewahrt, und während ich diesen Artikel schreibe, sehe ich es gerahmt über meinem Schreibtisch hängen. Es ist nach wie vor einer der größten Schätze in meiner persönlichen Sammlung. Doch die Geschichte geht noch weiter.

Es scheint, dass die guten Wünsche von DeForest Kelley voll und ganz ihre Wirkung taten. Nur wenige Wochen nachdem ich das Bild bekommen hatte, lernte ich Sabine kennen, die nun seit elf Jahren (in Realzeit nun seit fast 27 Jahren!) meine Frau ist, und ich begann mich von meiner Krankheit zu erholen. Ich fand einen Arzt, der Spezialist für Colitis ulcerosa war, er gab mir bessere Medikamente, die wirklich halfen, und mit der Zeit lernte ich, mit der Krankheit zu leben – und war nie wieder so krank wie in den 1990er Jahren.

Irgendwann später fand ich einen neuen Job in einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen, in der ich bis heute arbeite (- seit einigen Jahren nun nicht mehr -) – und ich wurde Schriftsteller, hauptsächlich im Bereich Star Trek und Science-Fiction, natürlich. Ich startete damals eine befriedigende Karriere, die ich der Serie und meinen Helden darin verdanke! Ich schreibe seit meiner Kindheit, hatte aber immer den Wunsch, dies in eher öffentlicherer Weise zu tun. Angefangen habe ich mit einem Star Trek-Fanzine und im Laufe der Zeit bei gleich mehreren professionellen Star Trek– und Science-Fiction-Magazinen, für die ich mehr oder weniger regelmäßig Beiträge schreibe.

Star Trek– und Science-Fiction-Conventions wurden auch in Deutschland im Laufe der Zeit sehr populär, und ich begann, sie zu besuchen. Seit Star Trek VI habe ich ein starkes Interesse an Klingonen und ihrer Kultur, und so erschuf ich schließlich den Klingolaus, den klingonischen Weihnachtsmann. Ich kaufte mir das Make-up und das Kostüm und war seitdem auf vielen Star Trek– und Science-Fiction-Conventions in komödiantischen Darbietungen zu sehen.

Ja, man könnte sagen (ich jedenfalls tue das!), dass DeForest Kelleys »gute Wünsche« sehr gut wirkten und weiterhin ihre Wirkung entfalten, während ich dies schreibe.

Natürlich blieb er mein Held, aber ich sehe ihn nun in einem anderen Licht, seitdem er mir seine guten Wünsche schickte. Er wurde mehr als nur »mein Lieblingsschauspieler« – für mich wurde er zu einem Heiler, der mir in einer Weise half, die Worte nicht beschreiben können.

Ich schrieb ihm kein weiteres Mal, weil ich dachte, er hätte genug für mich getan – nicht bis…

Im Jahr 1995 heirateten Sabine und ich. Da wir beide tief im Star Trek-Fandom verwurzelt waren und die meisten unserer Freunde hier gefunden hatten, planten wir eine Trek-Hochzeit. Ich heiratete sie in meiner nagelneuen Trek-Uniform, und unsere Freunde – in gleicher Weie gekleidet – salutierten vor unserer Kirche, während die Star Trek-Melodie überall lautstark gespielt wurde. Für unsere kleine Stadt war das eine echte Sensation, und sogar die Presse erschien vor Ort! Am nächsten Tag berichteten mehrere regionale Zeitungen von unserer Hochzeit. Die Zahl der Berichte darüber übertraf sogar die Zahl der Berichte über die Hochzeit eines berühmten deutschen Rennfahrers, die am gleichen Tag stattgefunden hatte!

Einige Monate später feierten DeForest Kelley und seine liebe Frau Carolyn ihre Goldene Hochzeit, und wir beschlossen, ihnen eine Grußkarte zu schicken. Natürlich schrieb ich einen zweiten Brief und berichtete De, was seine freundliche Antwort in der Vergangenheit für mich bewirkt hatte. Um ihnen unsere eigene Hochzeit zu zeigen, schickten wir ein Bild von uns, wie wir am Dom unserer Stadt von all den Star Trek-Fans begrüßt werden. Erneut hatte ich keinen einzigen Gedanken daran, eine Antwort zu erhalten – und sollte mich schon wieder irren.

Ein paar Tage später rief mich Sabine bei der Arbeit an, um mir zu erzählen, dass ein Brief aus Amerika eingetroffen sei. Ich hatte eine Tante in den Staaten und dachte, dass sie vielleicht Glückwünsche zu unserer Hochzeit geschickt hatte, also dachte ich nicht weiter darüber nach. Dann kam ich nach Hause – und erlebte eine weitere große, große, GROSSE Überraschung: Es war ein persönlicher handschriftlicher Brief von DeForest, und Carolyn hatte unsere Namen und unsere Adresse in ihrer wundervollen Kalligraphie erneut auf die Außenseite geschrieben. Der Brief lautete:

»Lieber Thorsten & Sabine,

vielen Dank für die nette Karte zu unserer Goldenen Hochzeit und das Bild von eurer Hochzeit. Ich fand, ihr habt alle wunderbar ausgesehen – Glückwunsch! Carolyn schließt sich meinen Wünschen an und wünscht euch eine lange und glückliche Ehe. DeForest Kelley.«

Zusammen mit dem Brief schickte er uns eine sehr seltene, persönlich signierte Star Trek-Trading Card mit einem Bild von ihm als Bones in der ursprünglichen Star Trek-Serie. Es dauerte mehrere Stunden, ehe ich – WIR! – uns wieder beruhigt hatten. DeFOREST KELLEY HATTE UNS ZU UNSERER HOCHZEIT GRATULIERT!

Ein paar Tage später feierten wir eine kleine Party mit guten Freunden und zeigten ihnen den Brief und die Trading Card, während wir uns Star Trek-Folgen auf Video ansahen und andere Dinge taten, um zu feiern. Der Brief und die Karte – erneut kann ich beides anschauen, während ich dies schreibe – sind weitere große Schätze, die wir besitzen.

Das war das letzte Mal, dass wir persönlichen Kontakt mit DeForest Kelley hatten. Ich frage mich oft, warum ich nicht versuchte, ihn noch öfter zu kontaktieren und kann die Frage nicht zu meiner eigenen Zufriedenheit beantworten, geschweige denn zu der eines anderen. Aber diese beiden Erlebnisse mit De haben mir eines sehr deutlich gezeigt: Er war ein Heiler, weit, weit über das hinaus, was er in einer ganz bestimmten Rolle in einer Fernsehserie spielte. Nachdem er 1999 verstorben war, schrieb ich einen Artikel über ihn für die deutsche Ausgabe von Star Trek: Das offizielle Magazin – darin brachte ich zum Ausdruck, dass ich ihn als wahren Arzt und Heiler betrachte. Ich stelle mir gerne vor, dass er das dort oben im Himmel lesen kann und sehr stolz auf das ist, was er als Schauspieler und Mensch auf dieser Welt geleistet hat.

Nein, ich habe ihn nie persönlich getroffen – aber er hat mir dennoch sehr, sehr viel gegeben.

Zum Andenken an den unvergessenen Jackson DeForest Kelley – 20. Januar 1920 bis 11. Juni 1999.

Übersetzung und Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Kris M. Smith.

Das Buch DeForest Kelley: Ganz nah & persönlich von Kris M. Smith in deutscher Übersetzung von Thorsten Walch ist erschienen im Verlag In Farbe und Bunt und kann zum Preis von 19,90 € im stationären und Internet-Buchhandel bezogen werden.

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