Rezension

Rewatch me! Star Trek: Discovery – Kritik zu 3.04 “Forget Me Not”

© Paramount

Reinhard Prahl reist für uns nochmal durch die dritte Staffel von “Star Trek: Discovery” und erzählt uns, wie ihm die Episoden gefallen haben. Diesmal 3.04.

© Paramount

Unser Reinhard Prahl reist für euch zurück und nimmt sich die dritte Staffel von Star Trek: Discovery in Einzelrezensionen vor. Jemand Lust auf einen Rewatch, jetzt wo Paramount+ uns die vierte Staffel nach Deutschland gebracht hat?

Inhalt

Adira findet sich allmählich auf der USS Discovery ein, doch um auf die Erinnerungen ihres Wirtes zugreifen zu können, gibt es nur einen Weg: nach Trill fliegen und dort um Hilfe bitten. Währenddessen wird immer deutlicher, dass sich die traumatischen Erlebnisse und der Stress auf die Crew auswirken. Endlich auf Trill angekommen bittet Doctor Culber Michael, Adira auf die Oberfläche zu begleiten. Doch nicht jeder Trill zeigt sich darüber erfreut, dass ausgerechnet ein Mensch als Wirt für einen Symbionten dient.

Standalone

Hanelle M. Culpepper bleibt ihrem Stil treu und geht diese Standalone-Episode ruhig an. Diese Herangehensweise in Verbindung mit atmosphärischen Bildern und grandioser Musik tut sowohl dem Haupt-, als auch dem Subplot sehr gut. Die Geschichte um Adira weiß trotz einiger kleiner Inkonsistenzen durchaus zu gefallen und auch Sarus Versuch, die Crew wieder einander näher zu bringen, lässt sich ohne Weiteres auf das Sympathiekonto verbuchen. Alles gut also? Nicht so ganz, denn wieder einmal kann man sich nicht vollends des Eindrucks erwehren, dass zu viele Köche bisweilen den Brei, wenn zwar nicht vollends verderben, so doch aber zumindest ein wenig versalzen können.

Spannungen

Die Spannungen auf dem Schiff nehmen nicht zu viel Zeit in Anspruch, vermitteln aber dennoch ein gutes Gefühl dafür, was die Mannschaft der Discovery in den letzten Wochen durchgemacht hat. Culber erweist sich als der Fels in der Brandung, der Saru gerne wäre. Doch warum begleitet nicht er Adira auf die Planetenoberfläche von Trill? Die fadenscheinige Ausrede pro Burnham ist einfach nicht glaubwürdig und dient lediglich dazu, dem viel zu offensichtlichen Star der Show noch mehr Screentime zu verschaffen. Eine Episode, in der Culber mehr als nur der Schiffsarzt und Mann von Stamets hätte sein dürfen, wäre sicherlich eine wohltuende Abwechslung gewesen.

Schade ist auch, dass Saru schon wieder so schlecht wegkommt. Man stelle sich das mal vor: Ein erfahrener Offizier wie er benötigt den Rat eines Computers, um die Stimmung seiner Mannschaftskameraden aufzuhellen. Es wäre ja auch zu einfach gewesen, dem Kelpianer mehr Empathie und Ideenreichtum zuzutrauen. Im Zweifelsfall wäre auch hier Culber der Mann der Wahl gewesen, um den in Sachen Socializing unerfahrenen, aber dafür sanftmütigen Captain zu beraten. Wie dem auch sei. Der Versuch, den Dialog mit dem Computer humorig wirken zu lassen, geht auf jeden Fall gründlich in die Hose. Nichtsdestotrotz ist die Idee, sich die Crew mal richtig in die Haare kriegen zu lassen, lobenswert, wenn hier auch sicherlich noch ein wenig mehr drin gewesen wäre.

Gar nicht langweilig

Die obige Kritik klingt vielleicht zunächst einmal nach einem Verriss. Doch Forget Me Not ist alles andere, als langweilig. Vor allem der Trill-Plot ist gefühlvoll und warmherzig in Szene gesetzt. Sonequa Martin-Green und Blu del Barrio harmonieren hervorragend und die Chemie zwischen den beiden scheint zu stimmen. Ian Alexander strahlt als Gray eine Güte und Weisheit aus, die man mit 19 Jahren erst einmal erreichen muss.

Die Cello-Szene gegen Ende sprüht vor Romantik und Gefühlen. Auch, dass sich nach dem großen Gewitter an Bord die Luft wieder reinigt und Stamets sich in einer emotionalen Ansprache bei Tilly entschuldigt, lässt ein wohlig-trekkiges Feeling aufkommen. Eine weitere schöne Szene folgt auf dem Fuße, als Stamets Detmer herzlich während der Buster-Keaton-Vorführung umarmt. Freundschaft ist und war eben schon immer eines der wichtigsten Themen in Star Trek.

star trek 3cool

Fazit

Keine Frage, bislang entwickelt sich Season drei zur besten Staffel der Serie. Klar, Forget Me Not hat ihre kleinen Schwächen und Unüberlegtheiten. Doch im Kern steckt eine leidenschaftlich inszenierte Episode über Liebe, Glück, Erinnerung, Vertrauen und Hoffnung, die sich ganz im Geiste dessen bewegt, was Star Trek ausmacht.

LESETIPPS!

Der Journalist und Autor Reinhard Prahl ist abseits seiner Arbeit für Planet Trek unter anderem auch als Autor von Sachbüchern sehr aktiv. Seine aktuellen Publikationen sind:

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