Hintergrund

Star Trek: Lower Decks: Im Gespräch mit Serienerfinder Mike McMahan

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Zum Start der zweiten Staffel in Deutschland haben wir mit Serienerfinder Mike McMahan gesprochen.

© Paramount

Zum Start der zweiten Staffel von Star Trek: Lower Decks in Deutschland haben wir mit Serienerfinder Mike McMahan gesprochen und können euch berichten, was ihr im zweiten Jahr der Serie erwarten dürft.

Mit Humor zum Ziel

Star Trek lebt von jeher nicht nur von seinen spannenden Geschichten mit Tiefgang und wohlkalkulierter Action. Seit William Shatner als Captain Kirk, Leonard Nimoy als Vulkanier Spock und DeForest Kelley als Doctor McCoy die Brücke der Enterprise betraten, gehört auch immer eine würzige Prise Humor zum Franchise. Doch eine ganze animierte Comedy-Show und dann noch von Mike McMahan, der Fans durch seinen derben Witz in Rick and Morty bekannt war? Konnte das gutgehen?

Als McMahan vor einigen Jahren sein erstes Meeting mit Alex Kurtzman abhielt, glaubte er wohl selbst nicht richtig daran. »Ich erinnere mich noch, als ich zum ersten Mal Alex´ Büro betrat und er mich fragte, welche Art von Star-Trek-Show mich wirklich begeistern würde«, erzählt er freimütig im Interview mit uns. »Ich dachte mir: Okay, ich kann ihm das natürlich sagen, aber es wird nicht das sein, was er hören möchte.» Die Sorge war unbegründet, denn bald stellte sich heraus, dass Kurtzman von seiner Idee begeistert war. Am Ende drehte er sich um und sagte: »Wir haben eine neue Star-Trek-Serie.«

Am 6. August 2020 war es soweit. Auf CBS All Access (heute Paramount+) startete die erste Staffel von Star Trek: Lower Decks und entwickelte sich bald zu einem echten Hit.

Gut Ding will Weile haben

Anfangs nahmen viele Fans die Geschichten um die Ensigns Boimler und Mariner noch mit einiger Skepsis auf, wofür der Serienerfinder durchaus Verständnis hat: »Ich glaube, dass jede neueStar-Trek-Serieein wenig Zeit benötigt, das betraf TNG genauso wie DS9, Voyager und Enterprise«, erwidert er auf unsere Frage, warum die ersten Folgen der ersten Staffel von vielen Fans schlechter bewertet werden als die letzten. Schließlich würde es ganz allgemein öfter eine Weile dauern, bis sich ein Publikum entscheide, eine neue Show zu mögen. Bei Lower Decks lag der Fall noch ein wenig schwieriger, denn das Zeitmanagement spielt dieses Mal eine große Rolle.

McMahan erläutert das so: »Was sich in den alten Serien über zehn bis zwanzig 45-minütige Episoden zog, mussten wir in zehn Folgen mit nur rund 22 Minuten schaffen.«

Und zurecht ergänzt er: »Ich glaube, das haben wir doch sehr gut hinbekommen.«

Noch mehr Easter Eggs

Das haben Mike McMahan und sein Team in der Tat, denn die erste Staffel des neuen Konzepts begeisterte nach einer kurzen Eingewöhnungsphase Fans und Kritiker gleichermaßen. Vor allem die vielen Bezüge zu den anderen Star-Trek-Serien sowie die Cameos von Q, Deanna Troi und dem Captain der USS Titan, William Riker, sorgten für ungeahnte Glücksgefühle im Fandom. Noch besser ist natürlich, dass die ikonischen Figuren von ihren realen Alter Egos John de Lancie, Marina Sirtis und Jonathan Frakes gesprochen werden. Und damit lässt es das Team im Writers Room noch lange nicht genug sein. Staffel 2 verspricht viele weitere Easter Eggs und Reminiszenzen an TOS, TNG, DS9, VOY und ENT, wie die klassischen Serien im Fanjargon gerne abkürzt werden. Wir durften vorab die ersten fünf Folgen von Season 2 begutachten und können bestätigen, dass da einiges auf uns zukommt. Der Showrunner von Lower Decks verspricht uns jedenfalls ein paar denkwürdige Momente, wenn er sagt, dass in der neuen Season eine ganze Reihe neuer Cameos darauf warten, von uns entdeckt und erlebt zu werden.

»Wir treffen unter anderem auf Tom Paris, und ihr werdet einige der Kreaturen der klassischen Serie wiedersehen. Ich möchte natürlich nicht zu viel verraten, aber wir haben einige bekannte Schauspieler der klassischen Serien dabei, wie Jeffrey Combs. Auch treffen Boimler und Mariner auf einen ganz bestimmten bösen Computer, der ihnen einige Probleme bereiten wird. Das sind natürlich nicht alle Cameos, die in Staffel 2 zu sehen sein werden, da kommen noch einige spaßige Überraschungen auf euch zu.«, verrät er uns nicht ganz ohne Stolz.

Achtung, Spoiler!

Tatsächlich geht es bereits in der Auftaktfolge, Strange Energies, hoch her. Commander Ransom wird von einer Energieform getroffen, die eine geradezu frappierende Ähnlichkeit mit derjenigen hat, die Gary Mitchel in der beliebten TOS-Episode Die Spitze des Eisbergs zu einer Art Überwesen mutieren ließ. Klar, dass auch zumindest ein computergeneriertes Bild von Kirks ehemaligen Freund nicht fehlen darf. In Folge 2, Kayshon, His Eyes Open gibt es dann ein Wiedersehen mit den Kindern von Tama. Das geflügelte Wort »shaka, als die Mauern fielen« ist natürlich auch zu hören, allerdings nicht in dem Zusammenhang, in dem der geneigte Fan der Episode Darmok aus TNG es vermuten wurde. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, außer vielleicht, dass die ersten beiden Geschichten überaus humorvoll erzählt sind. Die Autoren behandeln die erwähnten Figuren zwar mit einer gewissen erfrischenden Frechheit, aber dennoch auch mit dem gebührenden Wohlwollen und Respekt.

Ein echter Fan

Das verwundert kaum, denn Mike McMahan ist selbst ein großer Fan. Auf die Frage, welche Beziehung er zu Star Trek und vornehmlich zu TOS hat, erzählt der Produzent und Drehbuchautor uns, dass er zwar mit Star Trek: The Next Generation aufgewachsen sei, aber TOS deshalb nicht weniger liebt.

»Irgendwie ist doch bei jedem Fan dasselbe«, sagt er. »Du schaust eine Serie, lernst sie lieben und dann willst du mehr. So stößt du fast automatisch auf die anderen Serien.« Zum Ende des Interviews findet Mike McMahan dann Worte, die das Herz jedes Fans der Original Series höherschlagen lassen: »Was mich betrifft, empfinde ich TOS nicht nur als gigantische Show, die seit Jahrzehnten erfolgreich ist und ein riesiges Franchise mit fantastischen Filmen startete. Als Produzent und Autor von Lower Decks sehe ich auch die Echos, die die Serie in Sachen Storytelling und Figurenaufbau hinterlassen hat.«

Wann und wo?

Und genau das merkt man dieser ungewöhnlichen Star-Trek-Serie auch an. Sie wird von echten Fans geschrieben und produziert, die zwar neue Wege gehen, aber doch den Anspruch verfolgen, uns das bestmögliche Star Trek zu liefern. Und das gelingt, wie man sich ab heute bei den KollegInnen von Amazon Prime vergewissern kann, auch in der zweiten Staffel von Star Trek: Lower Decks wieder hervorragend.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf www.syfy.de und ist Eigentum von NBC Universal Global Networks Deutschland GmbH. Er wird mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt.

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